Der Kastenwagen im Alltag, unsere Erfahrungen

Vor zwei Jahren wechselte unser großes Alkovenmobil den Besitzer und ein Pössl 2 Win nahm den freien Platz im Fuhrpark ein.  Unser Ziel war es, so ein Fahrzeug einsparen zu können,. Der Kastenwagen sollte auch Alltagsfahrten übernehmen. Die Planung ging nur teilweise auf, wie der Rückblick auf zwei Jahre Pössl zeigt.

Bei der Entscheidung für den Kastenwagen gab es zwei Hauptgründeründe. Zum einen wollten wir uns verkleinern, denn 4 Schlafplätze brauchen wir nicht mehr. Zusätzlich lockte uns die bessere Alltagstauglichkeit.

 Neue Aufgaben für den Smart

Neue Aufgaben für den Smart, der Pössl übernimmt den Tagesdienst

Bald nachdem der Neue vor der Tür parkte, merkten wir, dass sich unsere Fahrgewohnheiten nicht änderten. Das Wohnmobil kam nur auf Reisen zum Einsatz, sonst nutzten wir unsere beiden PKW. Der richtige Alltagstest begann erst, als unsere Tochter ausbildungsbedingt für drei Monate ein Auto brauchte. So zurg unser Smart für einige Zeit nach München um. Aus dieser Situation heraus erlebte der Pössl den ersten Alltagstest.

So ganz fair fällt unsere Beurteilung sicher nicht aus, denn der Wechsel vom Smart auf einen 5m Kastenwagen ist schon ein sehr großer Sprung, wenn es um die täglich anfallenden Fahrten geht.

Der Pössl als Zweitwagen

Der Kasten übernahm die Rolle unseres Smarties. Es klappte erstaunlich gut, viele Routinefahrten mit dem Dicken zu erledigen.  Die  Fahrten zu den üblichen Zielen wie Arbeit und Einkaufen stellten keine Hürde dar. Es war bekannt, wo der Pössl auf uns warten konnte, während wir unseren Geschäften nachgingen. Beim wöchentlichen Großeinkauf bewährte sich der Kasten und wir freuten uns über den großen Stauraum für die Getränkekisten.

Allergings gab es auch Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollen. Es gab immer wieder Fahrten, die wir zurückstellten, bis unser PKW verfügbar war. In diese Rubrik fielen fast alle Fahrten in die Innenstadt von Nürnberg.  Die Parkplatzsuche wollten wir uns nicht antun. Ebenso ersparten wir unserem rollenden Zuhause den Abtransport von Gartenabfällen und die jährliche Sperrmülltour, um die dann folgenden Reinigungsarbeiten zu vermeiden.

Leider gibt es nicht immer so viel Parkraum

Leider gibt es nicht immer so viel Parkraum

Wie schon aus den vorhergegangenen Absätzen hervorgeht, ist das Parken der größter Nachteil. Leider passt der Dicke nicht in Parkhäuser oder auf Parkdecks. Es klappt zwar meist, eine entsprechende Lücke zu finden, aber die Suche erforderte Geduld. Die oft erforderlichen längeren Fußwege kamen hinzu.

Ganz groß heraus kam unser Pösssl bei den zwei Umzügen unserer Kinder. Er diente zusätzlich zum gemieteten Umzugswagen als Lastenesel und als fahrendes Hotel. Dank unserer Vorsicht überstand die Inneneinrichtung auch größere Mengen Möbelteile und die Umzugskisten.

Selbstverständlich stand das Fahrzeug immer fahrbereit vor der Tür. Schränke und Schübe blieben verriegelt, so entfiel die Abfahrkontrolle des Wohnteils. Der Dicke war allzeit startklar.

Im Winter zeigte sich, dass es doch etwas länger dauerte, bis im Fahrerhaus wohlige Temperaturen herrschten. Mit einer Decke oder einer anderen Abtrennung zum Wohnteil läßt sich dies Problem sicher gut beheben. Wir nutzten an ganz kalten Tagen die Trumaheizung als Standheizung, im den Komfort eines vorgewärmten Fahrzeugs geniessen zu können. Diese Energie- oder Gasverschwendung empfanden wir sehr komfortabel.

Der letzte Nachteil spielte sich mehr in unserem Kopf ab. Für die kurze Strecke das Wohnmobil zu nehmen, fiel uns anfangs schwer. Erst nach einiger Zeit spielte es sich ein, auch für den Einkauf einiger Schrauben mit dem großen Fahrzeug zum Baumarkt zu fahren.

Mittlerweile ist unser Zweitwagen wieder vor der Tür und unser Kastenwagen kommt wieder seltener zum Einsatz. Wir haben uns entschieden, das Thema Alltagsnutzung erst dann erneut in Erwägung zu ziehen, wenn ein Ersatz des Zweitwagens anstehen sollte.

Unser bisheriges Fazit

Mit einem Kastenwagen können die regelmäßigen Fahrten gut erledigt werden, wenn am Ziel eine Parkmöglichkeit bekannt ist. Dann sind auch einige Schritte mehr kein Hindernis. Schwierig wird es bei Parkraumknappheit. In unseren Innenstädten sind die 6m-Parklücken leider rar.

Als Zweitwagen ist ein Kastenwagen gut nutzbar. Als einziges Fahrzeug einer Familie möchte ich unser 6m Fahrzeug nicht empfehlen. Mit der kleineren Version (5,40m Länge)  klappt es sicherlich besser, insbesondere wenn der Besitzer bereit ist, mit den Nachteilen zu leben.

Welche Erfahrungen hast Du mit dem Kastenwagen im Alltag gesammelt? Traten weitere Vor- und Nachteile zu Tage?

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Der Kastenwagen im Alltag, unsere Erfahrungen
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2 Replies to “Der Kastenwagen im Alltag, unsere Erfahrungen”

  1. Schöner, informativer Blog und amüsant geschrieben.
    Wir haben die extrem geringe Bodenfreiheit als Nachteil empfunden (Rampenwinkel), deswegen fahren wir nun lieber ein 6m WoMo mit 16“ Felgen, aber Altstädte meiden wir immer noch.
    Gruß Peter

    1. Im Alltag störte uns die geringe Bodenfreiheit bisher noch nicht. Während unseres Spanienurlaubs schaffte ich es jedoch auf zwei Campingplätzen, die Trittstufe mit dem Boden in Berührung zu bringen.

      Beide Aktionen hätte ich durch eine bessere Fahrwegwahl vermeiden können. Ich habe einfach nicht daran gedacht. Aber es gibt Hoffnung, dass ich es noch lerne.

      Nur am Rande: Der Reserveradhalter unseres letzten Mobils mußte auch leiden. Der lange Überhang führte zu einigen Aufsetzern.

      Viele Grüße
      Madie

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